Mal wieder der Datenbus

da winkt die Hälfte der Cruiser und Cruiserinnen ab. Nee, zu kompliziert. Geh weg damit.

Manchmal hat man aber nicht die Wahl. Man möchte neue Geräte einbauen oder alte Geräte ersetzen. Aber irgendwie sprechen die Geräte nicht miteinander. Blöd. Jetzt wird es teuer und nervig. Wo finde ich jemanden der das Problem versteht (!) und löst.

Aber so schlimm ist es nicht. Ich habe ja mal was zum nmea0183 Datenbus geschrieben und wie man die Geräte verbindet. Das hat wunderbar funktioniert.

Diese Saison stand die Aktualisierung der Bootselektronik an. Plotter und Radar waren von 2006, das Konzept von 2004.

Nach fast zwei Jahrzehnten ist der Abstand zu heutiger Technik doch enorm. Auch Updates für die Seekarten wurden kompliziert. Besonders ein modernes Radar braucht heute wesentlich weniger elektrische Energie. Und das ist ein wichtiges Argument auf dem Boot bei Langfahrt. Das Radar kommt meist Nachts zum Einsatz. Da scheint ja die Sonne nicht auf die Solarpaneele. Meine beiden Plotter hatten auch nur präzise Karten vom Mittelmeer drauf, die Weltkarte ist eher zur groben Orientierung bei Passagen geeignet. Aber nix für ungut, immer noch genauer als früher mit Kompaß, Uhr und Sextant. Also stand eine Modernisierung im Raum.

Ich habe mich nach guter Beratung durch einen Segelfreund (Danke an Kees!!!) für B&G entschieden. Das Gerät Zeus3 und das Radar Halo waren erste Wahl und, welch ein Glück, bei SVB im Angebot wegen Modelwechsel. Also Schnäppchen gemacht.

Neuer Plotter am Steuerstand

Ich werde noch etwas zur Integration von verbleibenden Raymarine Geräten (Sensoren und Autopilot) in das neue nmea2000 Netzwerk schreiben. Aber zunächst die Kernfrage: wie findet man überhaupt raus, ob ein Gerät Daten in den Datenbus sendet? Sind da verwertbare Signale vorhanden?

Mit dem Multimeter geht da nix. Damit stellt man nur fest, dass es Spannung gibt. Aber Daten und Signale?

Die Lösung lautet: digitales Speicheroszilloscope.

Puh, das waren doch die großen sauteueren und schweren Kisten aus dem Physikunterricht. Jau, ist aber heute gaaanz anders. Für unsere Anforderungen reicht ein kleines Billigteil aus, na woher? Richtig, aus China. Das gibt es zum Selberlöten für 20€ aus dem Chinashop oder fertig für ca. 30€ beim Versandhandel (z.B. Amazon)

Nun, damit ist der Kostendruck erträglich und das Ding ist klein, simpel, leicht und sogar mit Bedienungsanleitung (Englisch).

Gehen wir mal an den nmea0183 Datenbus. Der ist auf älteren Booten im Einsatz und sendet z.B. AIS Daten und bei Bedarf auch Wind- und Kursdaten.

Sensationell was man da sieht. Angeschlossen an: schwarzes Kabel an Minus 12V. Rotes Kabel an tx+ vom nnea0183 Ausgang vom Plotter. Der sendet ja viele Informationen. Die verwendet bei mir der Zweitplotter auf Basis Raspberry Pi.

Da sehen wir wunderschön die Bits und Bytes auf der Leitung zwitschern. Und wir bekommen sogar schriftlich Auskunft zu Spannung und Frequenz. Solche rechteckigen Signale zeigen an, dass da ein Gerät Informationen auf das Kabel gibt. Klasse. Da will einer mit mir sprechen. Juhu, erste Frage beantwortet: es gibt eine Plauderrunde auf dem Kabel.

Aber welche Sprache ? Die ist durch das Gerät und den Anschluss festgelegt. Hier nmea0183. Wenn wir jetzt noch wüssten, welche Geschwindigkeit (besser Baudrate) dann wäre alles soweit klar. Dazu schauen wir uns die Länge des kürzesten Rechtecks an.

Was sehen wir hier? Beide Klemmen sind behelfsmäßig mit Büro-Klammern angeschlossen. Tut’s hinreichend für unsere Zwecke.

Auf dem Display sehen wir, dass das kürzeste Signal 0,2 ms lang ist (ein Kästchen). Jetzt rechnen: 1/0.0002 = 5000Hz, entspr. 4800 Baud.

Bei höherer Baudrate entspr. kürzeres Signal.

Mit dem kleinen Wunderding können wir auch schauen, ob auf dem modernen nmea2000 bus gesprochen wird. Natürlich ist da mehr los. Es gibt ja heute soviel was man unbedingt wissen möchte. Also wesentlich höhere Frequenzen. Das sieht dann in etwa so aus:

Horchen am nmea2000 bus

Auch hier sieht man wieder die bekannten rechteckigen Signale. Wieder habe ich mit einer Büroklammer den Saft am Stecker abgezapft. Die Zeitteilung ist auf 0,1mysec gestellt. Also entsprechend der wesentliche höheren Baudrate.

Ach ja, der nmea2000 bus ist eine Besonderheit des can-bus aus dem Auto und der Industrieautomation. Auf YouTube habe ich ein schönes Video gefunden, in dem die Grundlagen simpel erklärt werden. Natürlich auch mit unserem Messzwerg:


Der Schrauberclub hat es wirklich super einfach erklärt. Da kann man sich bei Bedarf auch weiter informieren.

So, das war es Mal für heute. Demnächst gebe ich noch ein paar Tips, wie die Verbindung alter Raymarinegeräte mit neuem Plotter gut funktioniert.

Bis bald..

2 Kommentare zu „Mal wieder der Datenbus

  1. Dem Inschenör ist nix zu schwör…

    Uli Du fehlst uns!

    1. Ja, das ist ein Mist mit Covid und so. Wir wären so gerne mit euch an der Ostküste der USA. ⛵

Kommentare sind geschlossen.

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