in ein Land im Wandel. Ja, wir sind angekommen in diesem großen, schönen und verwirrenden Land. Wir stellen fest, weder Biden noch Trump können den Charakter der freundlichen, hilfsbereiten Menschen im ländlichen USA ändern Gut so! 🍀
Aber zurück zu unserer „Golf-Tour“. Der Golfstrom ist ein unglaublich mächtiger Strom. Man tut gut daran, die Route und Wetterbedingungen sorgfältig zu planen. Es werden 3 Tage südlicher Wind ohne Gewitter gebraucht um den Sprung von den Bahamas bis an die Nordgrenze von Florida zu bewältigen. Unsere Überlegungen gehen auf, wir kommen vor dem Wetterwechsel rechtzeitig mit drei Booten in Fernandina Beach an. Ich hatte überlegt den Golfstrom möglichst lange zu nutzen und dann schärfer zum Inlet abzubiegen. War ziemlich blöd, da die Strömung mit Wellen kräftig von der Seite gegen die Baradal werkelte. So hatten wir eine Stunde Schaukeln und Wasserspritzer.🙈 Ein sanftes Ausgleiten aus dem Golfstrom wäre besser gewesen. Die Obelix hat es besser gemacht. Respekt!

Bei der Einfahrt in das mit Tonnen markierte Fahrwasser sehen wir Schnellboote der Coast Guard??? Ein Empfangskomitee? VIP???
Wir fahren wie gewohnt in das Fahrwasser ein, da kommt eins der Boote in Full-Speed auf uns zu. Huch, haben wir was falsch gemacht? Unsere gelbe Quarantäneflagge ist noch nicht montiert???🙈
Aber nee. Der schwer bewaffnete Officer fragt freundlich: „how fast can you go?“ (Wie schnell könnt ihr fahren?) Wir sagen 6-7 Knoten (Gegenstrom!). Er sagt wir sollen Vollgas geben, dann dürften wir weiter fahren. Es kommt ein Atom-U-Boot in die Einfahrt rein. Ach so, das erklärt den Aufmarsch. Wir geben Gas und „düsen“ flott gegen die Strömung an. Hinter uns das U-Boot. Wir haben uns nicht getraut zu fotografieren. Man kann nie wissen . . .



Hier in Dt. Marys ist ein größerer Stützpunkt für die Atlantik U-Bootflotte. Wir kommen ohne Probleme rein, der Motor ist durch die hohe Drehzahl mal wieder frei geblasen, alles ist gut und wir ankern am bekannten Ort🍀⛵👍


Jetzt steht noch eine wichtige Aufgabe an: neue Solarpaneele besorgen. Bei unseren Paneelen hat eines einen Defekt und produziert nur noch 2/3 Leistung. Da diese Paneele (aus China) in USA nicht zu bekommen sind und die Technik sich seit 2016 weiter entwickelt hat, werde ich alle drei Paneele austauschen. Die anvisierten sind etwas größer, haben aber auch erheblich mehr Leistung!🍀 Blöd nur, dass ich auch die komplette Unterkonstruktion neu bauen muß. In USA sind aber andere Systeme zur Solarmontage gebräuchlich🙈

Aber vorher hat der/die Herr/in über Handelshemnisse eine Hürde aufgebaut:
- Es gibt in USA nur ein deutlich kleineres und teureres Angebot an Paneelen
- Meist nur als Palettenware
- Wenige lokale Shops im direkten Zugang
Gut, ich habe einen Online-Shop ‚A1Solarstore‘ gefunden. Er bietet Hyundai Paneele mit 410 Watt im Abverkauf als einzeln zu ordernde Stücke zur Abholung in Jacksonville (eine Fahrstunde entfernt) an. Gegen einen „kleinen“ Aufpreis natürlich😊 Ich bestelle und will bezahlen, aber das geht nicht. 🙈 Der Onlineshop nimmt nur Bestellungen mit amerikanischen Kreditkarten oder amerikanischem PayPal-Konto an. Mist, das kriegen wir nicht hin😩 Was nun???
Wir rufen in unserer Marina für das Sommerlager an und TJ und Chrystal erklären sich bereit unsere Bestellung unter ihrem Namen zu tätigen. Gut, der Vorgang hatte noch ein paar Hürden bereit, aber wir sind ja flexibel. Am Freitag können wir die Dinger abholen.


Der riesige Van lässt sich durch Umlegen aller zwei hinteren Sitzreihen in einen prächtigen geschlossenen Lieferwagen verwandeln.






Diese Stelle passieren wir leider immer Nachts. Es ist etwas gespenstisch diese riesigen Schiffe so nahe zu passieren. Aber die liegen ja ruhig vor Anker. Denkste!🙈
Dieses Mal beschließen zwei Containerschiffe gleichzeitig los zu fahren, genau als wir da vorbei kommen. OK man kann per AIS gut sehen was sie machen und wir sind eigentlich durch unser AIS auch gut erkennbar. Aber der rechts an uns vorbei fahrende Dampfer ändert plötzlich seinen Kurs und hält direkt auf uns zu. Huch, will der uns versenken?
Ich funke ihn auf Kabal 16 an und der verschlafene Officer antwortet: „Ach ja ihr seid das Segelboot? Ich ändere meinen Kurs und passiere euch an Steuerbord .“ Puh, nee was ein Stress 😬.
Der Rest der Fahrt geht gut, bis auf die Zufahrt zu Charleston. Dort erwischen wir so niedriges Wasser das wir etwas in der Sandbank aufsetzen. Aber alles dicht und wir hängen nicht fest. Mist, das hätte ich besser planen können. Gut, wieder was gelernt. Und weiter zum Ankerplatz und Ausschlafen.
Wir lieben Charleston und freuen uns immer wieder an dieser liebenswerten Stadt.





Aber wo viel Licht, da viel Schatten. Es ist mal wieder ein Unwetter angesagt.



Gut, wir wollen weiter und verabreden uns mit Gerald und Brigitte von der Doucema zur Fahrt nach Beaufort. Wenn wir sehr früh (5:00) losfahren, könnten wir es bis vor Anbruch der Dunkelheit bis Beaufort schaffen. Wenn nicht gibt es etliche Möglichkeiten zum Zwischenstopp. Der Wind ist mit 10-15 kn aus SüdOst perfekt vorher gesagt.




Es gibt etwas Funkverkehr. Man soll 2 nm Abstand halten, es wird scharf geschossen😬. Die Schiffe fahren etwas konfus in merkwürdigen Wegen herum. Wir versuchen uns so wenig störend wie möglich hindurch zu schlängeln. Mit Spinnaker etwas Nerven aufreibend.
Aber dann laufen wir mit dem Wind, gegen die Strömung in Beaufort ein und sind happy über das gute Ende unserer diesjährigen Atlantik-Etappen.

Der Tagestrip von Beaufort nach Bellhaven hat nochmal alle Register gezogen. Mit teilweise deutlich über 25 kn ging es im Sauseschritt zum Sommerlager.

Es ist einfach nett auf dem Lande. Washington ist weit weg und jeder versucht seinen Weg zum Glück zu finden. Dabei hat gute Nachbarschaft einen hohen Stellenwert.


Die braunen Stellen kommen vom stark Tannin-haltigen Wasser. Geht mit Oxalsäure gut weg.




Gehabt euch wohl und alles Gute zu Ostern. Mich quält eine leichte Erkältung, aber das gibt sich. Hier wird es Nachts ekelig kalt.
Es scheint eine gewisse Nachdenklichkeit in der Bevölkerung zu entstehen. Die Meldungen in den Medien sind ja auch teilweise sehr verstörend. Hoffen wir das Beste für dieses große und schöne Land mit seinen unglaublich freundlichen und hilfsbereiten Menschen, dem auch wir in Deutschland viel zu verdanken haben 🍀 . . .
Grossartiger letzter Satz: Genau so sehe ich das auch.
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Herzliche Grüße, das war aber mit vielen Hindernissen und Nervenstärke war angesagt .Aber das habt ihr bravourös gemeistert👍 Ein schönes Osterfest,auch wenn du alleine bist. So ein Geburtstag ist halt was Besonderes. .Danke für den ausführlichen Bericht.😊
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