Time for a change

Es ist soweit, wir gehen über den Golfstrom auf die Bahamas. Das ist ja immer wieder ein Abwägen von Wind, Wellen und mittelfristigem Wetter. Ein paar Dinge sollten passen:

Der Wind darf nicht aus Nord kommen, denn dann gibt es üble, kurze und hohe Wellen auf dem Golfstrom.

Gewitter: Da der Golfstrom auch jetzt noch sehr warm ist (27⁰) gibt es dort gerne Gewitter. Will man nicht. Also Wetterbericht aufmerksam studieren.

Wellen werden gerne vom Atlantik und dortigen Unwettern bis in die Region vor Palm Beach gespült.

Nach vielen Tagen mit starkem Nordwind beruhigt sich das Wetter. Es ist nicht optimal, da es nur schwachen Westwind und keinen Südwind geben soll. Aber der Wind soll in der Nacht vom 27. auf den 28. 12. auf Nord drehen.

Leider nur sehr schwach, so zwischen 4 und 9 kn. Das ist zum Segeln zu wenig, aber wir wollen in die Wärme also fahren wir unter Motor. Geplant ist die Abfahrt um 4:00 Uhr in der Früh. Also Wecker gestellt und früh aufgestanden. Pünktlich in stockdusterer Nacht machen wir uns fertig. Die Manatees schlafen rechts neben unserem Boot und schnaufen kräftig dabei. Also fahren wir vorsichtig nach links um sie nicht zu stören.

Kaum kommen wir in die Nähe der Obelix funkt Frank, dass er Probleme mit der Gangschaltung am Antrieb hat. Geht ja nicht, wenn die nächsten 30 Stunden der Motor laufen muss. Also Anker wieder runter und stand by, ob er das flott reparieren kann…

Kann er und mit kleiner Verspätung geht es los. Nachts durch den schmalen Hafenkanal erfordert Konzentration. Ein Bagger steht ohne Beleuchtung im Kanal! Gut das es Radar gibt und wir kommen sicher dran vorbei. Um 5:00 haben wir den Ausgang zum Atlantik erreicht. Der Atlantik liegt still vor uns.

Abschied von Palm Beach bei Nacht
Nach einer Stunde zeigt der Himmel den nahenden Morgen an.
Unter Motor fahren wir ähnlich schnell. Die Obelix als heller Punkt rechts vor uns.
Der frühe Morgen ist meine Lieblingszeit. Der Himmel verliert sein graues Gesicht und die Welt wird mit Farbe überhäuft.

Der Golfstrom verläuft hier extrem nahe an der Küste und erreicht dabei gut 3 kn Geschwindigkeit. Also tun wir so als ob wir nach Süden fahren wollen, fahren aber ziemlich genau 100⁰ also quasi nach Osten.

Unsere Planung von Palm Beach über West End nach Eleuthera
Um den Kurs 100⁰ zu fahren, müssen wir 30⁰ vorhalten, also schräg fahren.
Der Golfstrom, diesmal sehr friedlich

Aber nach 20 nm wird es angenehmer, der Strom nimmt ab und wir fahren effektiv direkter auf West End, dem nördlichen Zipfel Grand Bahamas, zu. Wir wollen dort einklarieren. Das stellt sich aber als doofe Idee heraus. 1. ist der Customs Steg miserabel und wir hauen uns eine deftige Macke ins Boot. Zweiten ist ja Samstag 🙈, da ist nur rangniederes Personal im Büro. Und die müssen sich strickt an die Vorgaben halten. Das kostet uns vor. 400$ für die notwendige Verlängerung des Visums. 😵 Die Officer sind nett aber natürlich im Handlungsspielraum auf 90 Tage begrenzt…

Frank checked erst gar nicht ein, das will er am nächsten Werktag in Spanish Wells machen. Eine gute Idee, er bekommt 120 Tage und spart somit 400 $ für die 30 Tage Verlängerung 🍀

Ein Abdruck vom  Steg 🙈

Mit etwas reduzierter guter Laune legen wir wieder ab und und fahren unter Motor bei ruhigster See weiter in den Abend hinein. Vor Freeport, einem großen Hafen der Bahamas ist viel los. Frachtschiffe und Kreuzfahrtschiffe in Massen. Die Kreuzfahrer tuckern im Kreis herum. Sie müssen die Nacht auf See verbringen und die Distanzen zu den Zielpunkten sind so kurz, das könnten sie in ein, zwei Stunden locker schaffen. Also passen wir auf und schlängeln uns durch das Gewusel.

Das hält wach!

Es wird dann später eine ruhige Nacht, der Motor brummt und wir fahren ruhig ohne Wellen durch die Nacht dem Ziel entgegen.

Dann geht nach langer Nacht die Sonne auf und die See bleibt ruhig.

Wir haben die frühe Abfahrt ja deshalb gemacht, dass wir möglichst noch bei Tageslicht auf Eleuthera ankommen und die Passage durch das Riff im Hellen machen. Der Plan geht auf, Land in Sicht.

Ankommen ist immer toll.

Das Wasser auf Eleuthera hat 26⁰, eine gute Gelegenheit das Boot von unten einmal zu inspizieren und zu putzen

Bei dem Wasser macht Putzen Freude

So endet die erste große Überfahrt entspannt und ohne blöde Überraschungen (außer der Macke im Rumpf)

Unser erster Ankerplatz ist vor einem edlen Resort mit klasse Musik. Sicherlich eine Familienfeier.
Sylvester kommt und wir haben einen gemütlichen Umtrunk mit den Freunden von der Obelix und den Kanadiern der Minaki

Angekommen auf den Bahamas geht das geruhsame Leben los.

Lobsterschwänze werden gegrillt

Und in Spanish Wells die Lokalitäten erkundet.

Eine Institution auf Spanish Wells ist die Kneipe Budda.
Unser Ankerplatz vor Meeks Patch, sehr beschaulich
Vollmond
Abendstimmung

Das Trampolin unseres Boots ist jetzt nach 10 Jahren etwas altersschwach. Es hat erste Löcher und sollte ersetzt werden.

Das neue Trampolinnetz liegt bereit und wartet auf die Montage.

Das neue Trampolinnetz wird gespannt

Nach kräftigem Ziehen und fluchen ist der erste Part erledigt. Es liegt sich gut im neuen Netz. Es muss dann in den nächsten Tagen noch mehrmals nachgespannt werden.

So, das war’s soweit. Wir basteln und reparieren uns jetzt durch die Bahamas 🌴⛵⚓

Mit Gruseln schauen wir auf die Nachrichten. Aber ändern kann man ja nix.

Gehabt euch wohl. 🍀

Eine Antwort auf „Time for a change

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  1. Es ist immer eine neue Herausforderung für euch. Das Leben bringt halt viele Aufs und Abs mit sich.Von Herzen wünsche ich euch ein gutes neues Jahr mit vielen positiven Ereignissen. Seid herzlich gegrüßt 🌞

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