🏖️ Wir haben Urlaub 🏖️

Ja das hört sich komisch an. Aber das Cruiserleben besteht letztlich aus recht viel Arbeit und Aufwand um das tägliche Leben zu organisieren.

Die vielen kleinen und größeren Reparaturen und Wartungsarbeiten habe ich ja oft im Blog geschildert. Das ist ein Teil unseres Alltags.

Daneben gilt es ja die normalen Tätigkeiten, wie daheim, zu erledigen. Als da wären:

– Frühstück, Mittag- und Abendessen. Mal mehr mal weniger üppig, was die Vorräte so hergeben. Da wir ja keine Spülmaschine haben steht auch jeden Tag der Abwasch an!

– Dann steht die Pflege des Bootes innen und Außen an. Wir haben ja ständig Türen und Fenster auf. Da weht immer Sand und Staub herein. Also putzen, putzen, putzen. Unser moderner Akkusauger ist dabei eine echte Hilfe.

– Wäsche waschen. Das ist immer ein besonderes Unterfangen. Unsere Waschmaschine fasst 3 kg Wäsche. Die teilt sich auf in Kleidung, Hand- und Trockentücher und Bettwäsche. Getrocknet wird an der Luft im Cockpit. Also muss dafür das Wetter passen!

– Einkaufen ist immer ein besonderes Unterfangen. Wie daheim, mal eben zum REWE oder Aldi, das geht nicht. Zum Einkaufen fahren wir vom Boot mit dem Dinghy an einen Steg. Von dort laufen wir gerne 1 km zum nächsten Supermarkt. Die sind in USA teuer, aber gut bestückt mit frischem Gemüse, Obst und Fleisch- und Wurstwaren. Käse ist mies oder teuer, da dann europäisch . . .

Abseits von USA gilt es die Ansprüche deutlich zu senken. Alles ist als Kühlware in die Shops gekommen. Kühlketten werden in der Regel nicht eingehalten. Die Ware steht gerne für Stunden vor dem Kühlregal, taut auf und friert dann wieder ein. Daran muß man sich gewöhnen. 🙈 Die Shops werden i.d.R. einmal pro Woche oder einmal im Monat beliefert. Da gilt es das Angebot wohlwollend zu nutzen.

Aber auf praktisch allen Inseln leben Menschen. Und da diese ja überleben, können wir uns auch gut versorgen, halt mit Einschränkungen, aber das ist ja ein Teil der Erfahrungen auf einer solchen Reise. Wir sehen das als Teil des Abenteuers und kommen damit gut zurecht. Es schärft den Blick auf das gute Leben in Europa.

So, aber warum jetzt Urlaub???

Hier in George Town, Exumas ist das Leben sehr relaxed. Wir liegen in einer schönen Bucht vor Anker, das Wasser ist warm, sauber und klar.

Unser Standort ist durch den blauen Punkt markiert.
Vor der kleinen Bucht liegen wir sicher und relativ ruhig.

Was hier speziell ist, und man muß es mögen, ist dass die amerikanischen und kanadischen Cruiser hier ein Wintercamp veranstalten.

Wer erinnert sich an ‚Dirty Dancing‘? Das ist hier für Ü30 angesagt, gerne auch Ü60. 😂

Sonntags wird ein überkonfessioneller Gottesdienst angeboten..

Morgens wird ab 8:00 mit einem Funkruf das tägliche Briefing verkündet. Das hat einen festen Ablauf: zuerst Wetterbericht und wichtige Informationen, dann ‚wer ist neu?, bitte melden‘, anschließend verkünden die Restaurants und Bars ihr Angebot, es wird auf Yoga, Volleyball, Poker, etc. hingewiesen. Zum Ende kommt dann ‚trade and give away‘, da verhökern die Cruiser was sie übrig haben bzw. es wird nach Teilen gefragt. (Wir haben so im letzten Jahr erfolgreich unsere Klappfahrräder verkauft.)

Auch gibt es Info-Veranstaltungen, hier z.B. was ist bei der Weiterfahrt zu den karibischen Inseln zu beachten..

Ja und nach dem Morgenruf des Net-Controlers, es hat alles seine Ordnung, ist lecker Frühstück angesagt. Ein wenig Schwimmen, etwas Lesen. Nur eine Pflegearbeit am Schiff pro Tag, und evtl. eine Fahrt in den Ort zum echt ordentlichen Supermarkt, etwas (60 L) Wasser holen, vielleicht ein Eis oder Conch Salat. Nachmittags dann manchmal in ein Restaurant oder zur Beach Bar zur happy hour. Dann gibt es Bier (0,3 l) zum Vorzugspreis von 6 $ oder ein Burger mit Bier für 20$🍀8

Warten auf die Burger 🍔. Man beachte die Dekoration. Es hat ein bisschen Hippy-Flair

So plätschert die Zeit dahin, wir genießen es. 🌴⛵🏖️🥳

Der tägliche Blick auf die Wetterentwicklung ist natürlich extrem wichtig, wir wollen nicht von üblen Winden überrascht werden. Es kommen weiterhin kräftige Nordfronten runter. Da besteht auch immer Gewitter-Gefahr.

Der benachbarten Monument Rock lädt zum Wandern ein.

Der Monument Rock, ca 40 m hoch
Oben angekommen genießen wir die Aussicht.
Das Ankerfeld⛵
Es ist eine Wanderung durch dichtes Gestrüpp

Auf der Atlantikseite gibt es tolle Strände.

Weißer Sand, niemand hier. Ein Träumchen. 🏖️

Mit Starlink ist das Internet an Bord. Deutsches Radio und Fernsehen sind problemarm möglich. Manchmal staunen wir über die doch deutlich gefärbte Berichterstattung. Aber so ist es nun mal: Jeder versucht seine Sicht durchzusetzen, dabei wird die Wahrheit gerne gebogen und gedrückt. Es bleibt schwierig da die rechte Gewichtung zu finden. Aber so ist es nun mal. Es geht um ‚Klicks‘

Man ist ja als Europäer geneigt, das äußere Erscheinungsbild eines Geschäfts mit der zu erbringenden Leistung zu verbinden. Der Frisör oder auch der Chicken-Grill sind da gute Beispiele dafür, dass das hier nicht gilt. Tolle Fassaden sind praktisch nicht durchzuhalten. Die extremen Wetterverhältnisse machen das unmöglich. Man muß einfach reingehen und probieren. Der Friseursalon in George Town ist so ein Beispiel. Außen pfui und innen nett, gepflegt und kompetent.

Ein Besuch beim Friseur und Fischhändler.
Der kleine Freund fängt unentwegt die Mücken .

Abends spielen wir gerne eine Partie ‚Mensch Ärgere Dich Nicht‘ 🎲 und klönen über die Welt oder neue Reparatur-Ideen oder weitere Segel-Ziele. Dabei wird immer deutlicher, dass dies wohl bald unsere letzte Saison an der US Ostküste sein wird. Die Windward Islands locken gewaltig. Und über Kuba und Belize nach Guatemala ist auch noch im Rennen. Schauen wir mal was kommt…

Aber es stehen noch etwas aufwändige Wartungsarbeiten im Frühjahr an. Ruderlager und Solaranlage benötigen die pflegende Hand des Ingenieurs. ⚒️🔩🪛🔧👨‍🔧☀️

Aber vorher stehen noch einige Inselgruppen der Bahamas an. Long Island ist unser nächstes Ziel. Dort soll Kolumbus das erste mal diesen Kontinent angelaufen sein. Davon kündet ein großes Denkmal an der Nordspitze der  Insel.

Da, im Hintergrund, fährt die Obelix schon mal vor.

Wir warten noch auf den passenden Wind und fahren dann auch los. In der Zwischenzeit, es ist Starkwind angesagt,  treffen wir Iris und Mikkel von der Emma wieder. Iris ist die Fachfrau für das Fischen. Gemeinsam prüfen wir unsere Angelausrüstung und beschließen ein paar Änderungen. Mikkel zeige ich unser zweites Navigationssystem auf Basis Raspberry Pi. Das wird sein Sommerprojekt daheim.

Dieser gegenseitige Austausch ist doch immer wieder klasse. 🍀⛵🌴🍻👨‍🔧

Die Köder werden analysiert und den ‚Zielfischen“ zugeordnet.
Long Island, der Name ist Programm.

Gehabt euch wohl, Trump hat seinen Amtseid geschworen und die Erde dreht sich weiter.🍀😘

Alles wird gut…

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