Merry Christmas

wünschen wir euch allen aus den Bahamas. Unsere Gedanken sind oft bei euch daheim. Wir sind ja durch Starlink immer auf dem Laufenden. Ob diese Nachrichtenflut nur positiv ist, kann man sicher diskutieren. Aber das ist halt unsere Zeit.

Unsere Reise von St. Marys bis hier hin war geprägt von dem Bemühen der Kälte zu entfliehen. Immer wieder waren einstellige Temperaturen angesagt. Also haben wir jedes gute Windfenster genutzt um weiter in den Süden zu kommen. Unser Ziel: Palm Beach 🏖️

Da sieht man unseren Trip von St. Marys nach Fort Pierce.

Das besondere an dieser Strecke ist Cape Canaveral. Es ist ein Kap, das bedeutet die Spitze der Landmasse reicht in das Meer hinein. Dazu fließt hier der Golfstrom nahe an der Küste entlang. Da ist Umsicht angesagt. Wir sind gespannt. Das Kap ist für Mitternacht geplant. . .

Aber vorher heist es abfahren! Am Inlet kommt uns dieses ICW Kreuzfahrtschiff in die Quere.

Das lässt sich aber gut unter Einhaltung der Verkehrsregeln klären. Der Kapitän macht Fotos von uns und winkt. Wir winken zurück, Atlantik wir kommen.

Wir haben, wie erhofft ,Wind direkt von hinten.

Da können wir den Spinnaker setzen. So lieben wir es. Der Wind ist kräftig und schiebt uns flott nach Süden.

Das ist der geplante Kurs nahe am Kap vorbei.

Näher am Ufer fährt ein Tanker mit Ziel Cape Canaveral. Wir beobachten wie nahe er das Kap umfährt und wo er die Flachstellen meidet. Damit es nicht langweilig wird, ist für Mitternacht ein Raketenstart geplant. Über Funk werden alle Schiffe gewarnt, die Sperrzone einzuhalten. Aber wo ist die denn? Es gibt ja kein Flatterband zur Absperrung🙈

Wir entscheiden uns dafür, die gelben Tonnen als Sperrbojen zu interpretieren und halten ordentlich Abstand.

Leider verschlafe ich den Start, 🚀  es ist eh bewölkt. Aber schade ist es doch. Das Lichtspiel eines Starts ist unglaublich. Pure Energie!

Nun denn, wir schippern mit kräftig Wind und Welle ums Kap. Suchen uns den Weg zwischen den Flachstellen durch.

Aber selbst aus unserer Entfernung sind die Startrampen noch gut zu sehen..

Nach dem Kap gehen wir zügig näher an die Küste um möglichen größeren Wellen, wie sie im Golfstrom bei nördlichen Winden entstehen, zu entgehen. So kommen wir pünktlich zur angehenden Flut am Inlet von Fort Pierce an.

Da gehts rein. Was bin ich froh über die moderne Technik an Bord.

Da findet man die Fahrwassertonnen schnell und sicher und kann mit wenig Stress die Zufahrt meistern. Diesmal ankern wir nicht wie sonst nahe im Inlet, sondern folgen einem anderen Boot hinter die nächste Brücke. Wir liegen super ruhig und genießen unser Ankerbier🍻.

Die Obelix folgt uns und geht in St. Augustine auf den Atlantik.

Es ist einfach verlockend, die Strecke nach Fort Pierce ist mit einer Nachtfahrt zu erledigen, statt drei Tage innen unter Motor.

Wir beobachten ihre Fahrt via Marinetraffic. Sie kommen wie üblich flott voran. ⛵

Aber dann ist ihre Position längere Zeit nicht erkennbar. Wir sind etwas unruhig,  schließlich ist doch kräftiger Wind und Seegang, da weiß man nie. Nach einiger Zeit sagt uns die Besatzung der Taimada,  dass sie Obelix wieder auf dem AIS sehen. Da fällt uns ein Stein vom Herzen.

Aber ihre Fahrt war etwas anspruchsvoller. Sie sind weiter vom Kap weg gefahren und haben eine üble Welle vom Golfstrom erwischt. Die hat das Boot herum geworfen und alles flog durch die Gegend. Das natürlich in der Nacht.🙈 Aber sie haben mit ihrer Erfahrung das Boot zügig wieder stabilisiert und die Weiterfahrt sicher gemeistert.🍀😘 Ja so ist das. Man kann alles sorgfältig planen, aber die Realität sieht manchmal anders aus. Zum Glück sind unsere Boote für solche Bedingungen gemacht und mit etwas Umsicht und Erfahrung lassen sich die meisten Probleme gut lösen.

Fort Pierce hat uns positiv überrascht.

Es ist ein sehr freundlicher kleiner Küstenort. Mit freiem Dinghysteg und netten Restaurants und einer guten Brauerei🍻👍

Da hinten liegt die Baradal sicher vor Anker.
Erstaunlich was es alles an Wahlplakaten gibt .
Man verbindet die USA nicht unbedingt mit gutem Kaffee.

Aber das hat sich durch Starbucks echt geändert. Es gibt in vielen Städten kleine nette Cafes. Leider haben sie die Kuchenkultur noch nicht so weit entwickelt. Meist sind es sehr fettige Cremetorten und die werden mehr als Dessert angesehen.

Big Mama mit sechs (6) Aussenborder …

Wir fahren dann den ICW das letzte Stück bis Palm Beach. Das ist schon speziell. Protzbauten und nette Bungalow wechseln sich ab. Es gibt kleine Seen und verschlungene Flußläufe. Am Ende setzt eine Staffel von Klappbrücken noch einmal einen Kontrapunkt. Es heißt „Gas geben“🚤 Die Brücken öffnen zu festgelegten Zeiten. Die sind so gelegt, dass man bei zügiger Fahrt durch kommt. Wenn aber die erste Brücke erst 5 min zu spät öffnet, dann ist Vollgas angesagt. So düsen (😂) wir mit gut 8 kn zur zweiten Brücke und kommen gerade noch rechtzeitig an.🍀

Hier wohnen „Hippies for Trump“ und bieten Esoterik und Poollife an. 😂

Wir kommen gut durch und der Anker fällt im glasklaren Wasser nahe am Inlet von Palm Beach neben der Taimada.

Der Abend war feucht fröhlich, die Kamera hat wohl auch schon einen Schwips. . .
Fischfütterung am Steg

Es geht dann noch zum Tanken an den Steg. Oh, das war echt eng. Aber bei Windstille und mit Ruhe machbar.

In West Palm Beach wird Sandy Holliday eröffnet.

Da sind Funk und Fernsehen dabei. Es ist eine tolle Veranstaltung mit viel Musik, Essen und Trinken. Wir kennen das ja von den letzten Jahren.

Der Weihnachtsbaum aus Sand ähnelt diesmal eher einem Elefanten-Schiss. Aber der Regen im letzten Jahr hat wohl den Kompromiss erzwungen…

Die Stimmung ist gut. Es gibt wieder die leckeren süßen Donuts.

Sehr amerikanisch 😘
Unser Lunch bei Kabuki

Hier bei Kabuki,  dem asiatischen Restaurant in der Clematis Road, erleben wir die für Amerika so typische Hilfsbereitschaft.

Unsere Dieselheizung ist kaputt. Mit heftigem Gestank hat sie den Dienst quittiert. Ersatz gibt es bei Amazon und Walmart online. Aber wohin liefern? Die Abholboxen sind zu klein für das Paket. ???🙈

Ich frage beim Restaurant nach. Und Alexis, der Manager meint: no problem. Wir dürfen das Paket zum Restaurant schicken lassen und dann dort abholen. Das ist USA😘.

Vom Ankerplatz haben wir abends bis 21 Uhr einen tollen Blick auf das Geschehen am Ufer und bekommen die Musik live präsentiert.
Auf dem Markt gibt es einen Stand mit Backwaren. Er macht gute Geschäfte mit Broten, wie wir sie kennen. Sowas gibt es in den Supermärkten nicht.
Mit Hajot von der Taimada versuchen wir die lauten, surrenden Geräusche des Windgenerators in den Griff zu bekommen. Aber nix hilft.
Und schon düsen Ute und Hajot weiter nach Fort Lauderdale, ihren Siletwind umtauschen.

Wir warten auf das Wetterfenster zur Überfahrt auf die Bahamas. Zwischendurch kommt es so dicke, dass wir unseren Ankerplatz wechseln und in einer geschützten und strömungsfreien Bucht die Starkwinde abwettern.

Alles gut!

Gehabt euch wohl, Auch wenn es manchmal schwierig ist bleiben wir optimistisch. In diesem Sinne frohe Festtage von der Baradal 🎄⛵👍😘

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