Snowbird

werden hier in den USA die Bootsleute und Caravaner genannt, die den Winter im Süden (Florida, Bahamas) verbringen und den Sommer im kühleren Norden. So ist im Frühjahr und Herbst eine Karawane an Booten entlang der Ostküste unterwegs. Und wir sind mitten drin! Dabei bestimmen Wetter und Wind das Reisetempo.

Wie geplant fahren wir am Freitag (3.11.) über die Chesapeake Bay nach Deltaville. Das Wetter ist ruhig, kein Wind und so brummen die Motoren wieder friedlich vor sich hin. Die Ankunft ist toll, wir werden von Sabine und Zoltan von der iCat herzlich begrüßt. Beide haben die letzte Saison mit dem Camper die USA, Mexico und Kanada bereist. Toll👍 Unser Paket aus Deutschland nehmen wir in Empfang. Damit kann der undichte Warmwasserboiler durch einen neuen ersetzt werden.

Am Ende aller Tage: Aussen hui, innen pfui

Wir machen auch einen Einkaufsausflug zum Aldi in Gloucester. Der kleine Ort ist überraschend nett mit kleinen Häusern und liebevoller Stadtkunst.

Zusammen mit Spaß 😋
Der bleibt bei Wind und Wetter stoisch bei seiner Lektüre.
Lecker Essen, mal ohne Fritteuse
Eine Empfehlung!
Fire department

Nach dem Umbau des Boilers  geht es zügig los, die Wärme suchen. Es ist schon spät im Jahr und bei Nordwind wird es empfindlich kalt.

So lieben wir es: Start in den Sonnenaufgang
Norfolk ist die 1. Etappe auf  dem Wegt in die Wärme.
Die Ankerkette ist meist schwer verschlammt. Ohne kräftigen Wasserstrahl geht die nicht sauber in den Kettenkasten.
Schleusengang, die Leine gut festhalten.
Es geht in der Schleuse entspannt zu.

In der Schleuse merken wir, dass wir  spät dran sind  im Jahr. Der große Schub ist wohl schon durch. Und der Grund ist schnell klar. Es kommt die erste üble Kaltfront durch. Mit Zwiebeltechnik, Pullover und zwei Jacken, geht es durch den Tag. Manchmal können wir das Segel setzen und kommen so etwas flotter voran.

So ist es netter⛵
Da fahren wir an einem kleinen „Snowbird“ vorbei.

Wir nachen diesmal in der Coinjock Marina fest, da Sturm für die Nacht angesagt ist! Aber oh Schreck, beim Anlegen will ein Motor/Getriebe nicht rückwärts drehen. Wir semmeln etwas unglücklich in die Steganlage. Aber es ist nochmal glimpflich ausgegangen. Wir waren ja sehr langsam, so dass wir nur ein paar Schrammen abbekommen. Wieso klappt der Rückwärtsgang auf einer Seite nicht mehr???

So soll der Hebel bei Rückwärts stehen. Sieht doch korrekt aus?

Nach Rücksprache mit anderen befreundeten Seglern drängt sich auf, dass etwas den Faltpropeller beim Aufklappen hindert. Mit kräftig Gas geben kann man ihn zum Öffnen bringen.  Nun, wenn man weiß, dass man nur mit einem Motor bremsen und entspannt  nur Linkskurven gut gehen, kann man sich darauf einstellen und weiterfahren. Unterwegs wird das Wetter wechselhaft. Die Drehbrücke zum Alligator River wird ein Highlight. Wir haben 25 kn Wind von hinten, kräftig Welle und fahren mit 8 kn auf die geschlossene Brücke zu. Die Autos fahren noch, keine Schranke geschlossen. In 5 Minuten sind wir da!!! Vor 25 Minuten meinte der Brückenwärter,, dass er die Brücke jetzt für uns öffnet. Hat er uns vergessen? Ist er auf’s Klo gegangen? Warum geht die Drehbrücke nicht auf? Wir sind doch schon kurz davor!!! 🙈  Und, tatsächlich, 2 Minuten vor Ankunft öffnet sich langsam die Brücke und 30 Sekunden bevor wir da sind, ist die Durchfahrt frei.👍🍀  Puh, jetzt noch das tanzende und schlingernde Boot durch die Durchfahrt bringen, dem Brückenmann danken und ab zum geschützten Ankerplatz, der 10 Meilen weiter liegt. 🤞🍀

Nachdem wir einen Tag vor Anker, das üble Regengebiet abgewettert haben, geht es weiter.

Auch wenn es kalt ist, es ist eine tolle Landschaft!
Beim Mexikaner in Beaufort gehen wir gerne essen. Lecker und preiswert!

Mit einem Tankstopp geht es zügig nach Beaufort. Dort wollen wir uns nach Ersatzteilen für unser Getriebe erkundigen. Es könnte ja doch die Kupplung defekt sein. Aber daraus wird nix. Der Volvo Händler hat die Teile nicht auf Lager und bekommt sie wohl auch nicht rein.

Nett und wohlhabend..
Voll beladen. Man beachte die Kiste Bier auf dem Trittbrett😂
Früh am Morgen geht es von Beaufort aus weiter.

Die Abfahrt am Samstag, den 18.11.23, wählen wir sehr früh. Das sollte uns ermöglichen bei einlaufendem Wasser in Charleston einzulaufen. Kaum sind wir auf dem großen Atlantik, geht die Bilgenpumpe los. Wassereinbruch in der Bilge. Oh jeh! Aber warum brummt die Trinkwasserpumpe dazu??? Das kann ja nur bedeuten, dass ein Trinkwasserschlauch abgeplatzt oder aufgerissen ist. Bloß wo??? Der erste Verdacht fällt auf den neuen Warmwasserboiler. Klar, der Captain und Hausmeister sucht den Fehler erst bei sich und vermutet eine undichte Verbindung am Boiler. Also die Kabine frei räumen, der Boiler sitzt natürlich ganz unten und versteckt. Aber da ist alles trocken! Puh, war diese Arbeit also ordentlich erledigt🍀. Aber wo kommt das Wasser her? Im Bereich des Gäste-WC ist auch kein defekter Schlauch zu finden. Könnte also die Heckdusche die Ursache sein? Also raus und nachgeschaut. Die Dusche ist ordentlich verstaut und trocken. . . Ist es die Zuleitung??? Dann also Motordeckel auf und ab in den Motorraum. 🙈 Jau, da sehe ich eine Pfütze. Cherie macht kurz die Trinkwasserpumpe an und ich bekomme einen kräftigen Strahl Wasser ab. Gut, das kann man schnell reparieren. Defekte Stelle rausgeschnitten, Verbinder eingesetzt und dicht ist es. 🍀😀 Jetzt noch mit dem Sauger das Wasser wegbringen und danach gibt es einen frischen, guten Kaffee.

Nicht der entspannteste Platz zum Reparieren.
Da ist der Riss im roten (Warmwasser) Schlauch. An der Schelle aufgescheuert!!!
Unter voller Fahrt
Der Riß!

Die restliche Fahrt ist entspannt, teilweise mit Motorunterstützung, denn wir wollen rechtzeitig ankommen. Mit kräftigem Schub von Wind, Motor und Welle gelingt die Punktlandung. Natürlich kommt gerade ein Containerfrachter aus dem Hafen raus. Bei den Wellen warten wir lieber bis der aus der Zufahrt raus ist und drehen 2 Kreise vor der Einfahrt. Dabei bekommen wir kräftige Salzwasserduschen ab, aber am dicken Pott schnuppern wäre blöder.

Der erste Sonnenuntergang auf dem Atlantik dieser Saison.
Immer wieder schön
Charleston ⚓🍻⛵👍

Das ist der 3. Besuch in Charleston. Aber wir genießen es immer auf’s Neue. Wir wollen 3-5 Tage bleiben und dann bei gutem Wetter weiter bis nach St. Marys, Georgia, kurz vor Florida.

Welch ein Treppenaufgang😘
Sehr amerikanische Deli-Bar
Die Häuser sind teilweise unglaublich schön geschmückt. Es ist sommerlich warm.👍
Barbie

Wir haben einen guten Ankerplatz gefunden, aber der Captain hat als Hausmeister versagt. In der Nacht vor der Abfahrt wird er wach und denkt, schau doch mal nach dem Strom, der Inverter ist aus! Verflixt, der Energiezähler hatte am Abend noch 26% Batteriekapazität angezeigt und jetzt ist nix mehr da??? Und der Sicherheitsschalter, der bei 5% die Batterie vom Netz trennen sollte,  liegt noch  unmontiert neben der Batterie! Mit etwas Trickserei bekomme ich die Batterie wieder so ans 12 Volt Netz, dass die Motoren die Batterie wieder laden können. Echt blöd von mir! Gut, schauen wir mal, ob und welchen Schaden die Batterie genommen hat. Manchmal hat man ja Glück, zur Zeit sind die Werte mit über 70%  ganz o.k. 🍀

Auf zur  nächsten Atlantik-Etappe.

Nun gut. Anker auf, es ist furchtbar kalt,  und mit dem ablaufenden Wasser raus aus dem Hafen und auf den Atlantik. Ein Motor brummt. Segeln steht erst an, wenn die Batterie wieder voll ist. Morgen (Fr) wollen wir gegen Mittag in St. Marys durch das Inlet gehen. Dann sollte die Strömung wieder mit uns sein. Also langsame Fahrt ist angesagt.

Da sind wir jetzt ⛵

So viele blöde Vorkommisse hatten wir noch nie! Aber wie sagt man: „Cruisen ist Reparieren an den schönsten Plätzen der Welt“. Wie wahr! 😘🍀

Liebe Grüße vom Atlantik, Elon Musk macht es möglich.😀🛰️⛵

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