🎶 Is this the End? . . .

Wer kennt ihn nicht, den Song der Doors! Aber zum Glück gehts immer weiter.

Die etwas plötzliche Abfahrt von Fort Pierce war glücklich gewählt. Wir sind immer von einem Norderly (Schlechtwetter mit Nordwind, gerne auch ekelig kalt) zum nächsten gefahren. Trotzdem war es schön auf dem ICW und Atlantik.

Hinter Titusville sind wir in das Liebesnest der Manatees geraten. Im Herbst hatten wir ja übles Wetter und kaum Augen für die Tiere. Diesmal tummelten sie sich beim eifrigen Liebesspiel im Kanal und wir sind rücksichtsvoll mit niedrigster Geschwindigkeit dran vorbei geschlichen. Sah schon krass aus🫢.

Manatee oder Seekuh ©Wikipedia
Manatees beim Liebesspiel

Die weitere Fahrt war ohne große Besonderheiten. Wir sind immer in aller Frühe losgefahren und dann nach 10 bis 12 Stunden zur Nacht vor Anker gegangen. Einmal war es dann schon wirklich dunkel und das enge Fahrwasser bot keinen Ankerplatz. Aber, unverhofft kommt oft, da erscheint eine Marina mit einem großen Steg direkt am ICW. Dort lag eine große Segelyacht. Der Skipper meinte, festmachen über Nacht bei frühen Start am nächsten Morgen wäre in Ordnung. Er half uns beim Festmachen und ein nettes Gespräch bei einem guten Getränk rundete den Tag ab. 

Da lässt sich gut ruhen 💤

St. Augustine lassen wir diesmal liegen und schauen, dass wir weiter kommen. Cumberland ist unser Ziel. Diese Insel ist teilweise ein Nationalpark mit „wilden“ Pferden (verwahrlost) und viel toller: Gürteltiere!  Das sind erstaunlich große Tiere, etwa so groß wie ein mittlerer Hund. Cherie konnte ein Tier mit der Handykamera erhaschen.

Gürteltier auf dem Weg in den Untergrund

Der Nationalpark ist sehr schön. Auf der einen Seite der Atlantik, dazwischen eine verfallende herrschaftliche Parkanlage mit riesigen Wohnhäusern und Gebäuden für die Angestellten und Werkstätten. Man war im wesentlichen Selbstversorger mit großem Kapital (Stahlbarone aus NewYork!) im Hintergrund. So konnte man die Arbeiter bezahlen, welche hart schuften mussten. Nun ja, ‚times are a changing‘, oder auch nicht . .  

Die Ruine vom Haupthaus
Wilde Pferde
Toller Baumbestand
Der Alligator 🐊 ist echt

Von hier machten wir eine Nachtfahrt über den Atlantik nach Charleston. Wir hatten einmal wieder in der Maritime Marina einen Platz gebucht. Und obwohl wir wegen des schlechten Wetters unsere Ankunft dreimal verschieben mussten hatte Jeff unseren Platz frei gehalten. „I know the weather is not easy this year“. Damit war alles gesagt🍀😘

Wir hatten der Empfehlung von Brigitte und Frank von der SY Obelix folgend zwei Elektroroller, kurz Scooter 🛴 bestellt. Welch eine Freude. Pünktlich in die Marina geliefert. Damit ist man viel beweglicher und der Erkundungsradius erweitert sich erheblich. Der Hinweis von Frank von der SY Ventura, in jedem Fall auf 10″ Räder beim 🛴 zu achten war Gold wert. So sind auch die hier oft schlechten Straßen kein Problem. Da bei unseren Scooter die Batterien separat befestigt sind, sind sie auch sehr viel leichter im Dinghy zu handeln. Jetzt werden wir wohl unsere Klappräder verkaufen.

Da warten die 🛴 auf den nächsten Einsatz
Mit Helm zur Kneipe 🍻. Wir entdecken neue Orte in Charleston😀

Wir hatten gut damit gewählt, diesmal nicht vor Anker zu gehen. Wir hatten krassen Starkwind den wir gut durch Fender und Springleinen abfangen konnten. Aber lustig war das nicht. Ganz im Gegensatz zu dem Wolkenbruch mit Starkregen kurz darauf. Das war speziell.

Wolkenbruch. Da hilft nur Plastik.
Schlechtes Wetter, trotzdem Spaß 😀

Solch eine Regenmenge hatten wir noch nicht erlebt. Wir wurden davon beim Marsch zum Restaurant überrascht. Die netten Damen vom Supermarkt gaben Coe und Noel zwei Müllsäcke. Damit konnten sie dann, nachdem das Schlimmste vorbei war, halbwegs geschützt wieder zur Marina zurück gehen. Mehr war heute nicht drin.

Da weiter fast immer Nordwind, also Wind gegenan, herrscht, sind wir den ICW diesmal bis Beaufort durch gefahren. Es war anstrengend aber auch wunderschön.

So wird das Fahrwasser markiert
Viele Brücken auf der Strecke
Anker auf, los geht’s
Zweiter Steuermann/-frau

In Beaufort angekommen erreichte uns wieder eine Schlechtwetterfront. Das war dann Gelegenheit die letzte Flasche Glühwein zu leeren.

Glühwein passend zum Wetter

Coé hatte leckere Brownies gebacken und so wurde es ein feucht fröhlicher Nachmittag. Hier trennten sich mal wieder unsere Wege. Sie müssen deutlich früher in Cape Charles sein, der Flieger nach Kanada ist gebucht. Wir haben etwas mehr Zeit und fahren wieder die schöne Strecke des ICW durch den Dismal Swamp.

Schildkröten sonnen sich

Diesmal halten wir am Visitor Center über Nacht und sind von der Herzlichkeit des Empfangs im Center ganz geplättet. Auch in der Schleuse ging es mit Thammy fast familiär zu. Gut, wir waren am Vormittag das einzige Boot in der Schleuse und über unser Mitbringsel, eine Conch-Schale, hat sie sich riesig gefreut.

Thammy mit Conch😘
Schleuse Start
Schleuse Ende
Welch ein Traum (Fizz Caraldo lässt grüßen)
Die Eisenbahnbrücke geht auf, die Highwaybrücke geht runter 😂😂😂🍀

Kurz vor Norfolk haben wir noch ein typisch amerikanisches Erlebnis:

Die Northerly Bridge besteht aus einer Highway Brücke und direkt davor einer Eisenbahn Brücke. Wir kommen von Norden an und sehen eine Anzahl Boote und große Hafenschlepper warten. Es rollt ein elend langer Güterzug über die Brücke. Die Highway Brücke ist offen, der Highway ist für Autos gesperrt, wohl wegen Sanierung. Der Zug ist durch, nix passiert. Der Kapitän eines Schleppers fragt höflich nach, wann denn die Brücke in etwa aufgehen würde. „In a short time“ kommt nach mehrmaligem Fragen als Antwort. Ca 15 Minuten später, die Eisenbahnbrücke schwenkt hoch, aber die Highwaybrücke fährt runter. Was soll denn das??? Lunchzeit! Ein Baufahrzeug stand vor der Brücke und fährt jetzt zum Essen fassen los 😂😂😂. Ja und nun, fragt der Kapitän des Schleppers, wann es denn weiter geht. Antwort siehe oben. Nach ca. einer weiteren Viertelstunde geht die Highwaybrücke hoch und alle Boote können nach Norfolk weiter fahren.

In Norfolk steht das „Harborfest“ an. Aber vorher kommt mal wieder eine Starkwindfront aus Nord durch. Wir haben das Boot gut abgefendert. Nix passiert. Mit den 🛴 geht es in die Stadt zur Rundfahrt und zum Aldi leckere Sachen einkaufen.

Olaf und Andrea von der SY Antares treffen wir auch wieder. Was für eine schöne gemeinsame Zeit. Die beiden warten ein gutes Wetterfenster für die Überfahrt nach Europa ab. Wir leihen ihnen unser IridiumGo. Damit können sie problemlos unterwegs Wetterdaten empfangen und nach Hause telefonieren. Zufällig fällt in die Zeit das Harborfest. Das Programm mit vielen top Konzerten, Großseglerparade, Dronenshow und Feuerwerk ist einfach nur Spitze. Alles frei und wir liegen mitten drin im Ankerfeld.

Dronenshow
Krabben sind hier eine Spezialität
Tribut an die Marineflieger
Feuerwerk von einer Barke abgeschossen

Nach dem Hafenfest heißt es Abschied nehmen. Olaf und Andrea haben ein Wetterfenster und wir haben den Termin zum Haul out in Cape Charles.

Erfrischung muss sein
Baradal von Oben
Baradal aus dem Wasser
Rudertraining
Am Flughafen ein letzter 🍔

Es gibt einen günstigen Shuttleservice zum Flughafen. Auf der Fahrt, kurz vor der großen Brücke kommt die Frage: hast du den Bootsschlüssel? Nee, ich war ja nicht als Letzter auf dem Boot. Also zurück und tatsächlich, die Tür ist komplett offen und es fängt an zu regnen. Also Abschließen und neuer Start in Richtung Flughafen. Kurz vor Norfolk großes Blinkgewitter auf und unter der Brücke. Ein Truck ist auf der Gegenfahrbahn durch das Brückengeländer gebrochen und zwischen den Fahrbahnen ins Meer gestürzt. Oh,jeh, hoffentlich überlebt der Fahrer. Wir kommen aber rechtzeitig am Flughafen an. 🍀 Die Flüge klappen gut, keine Probleme beim Umsteigen in Washington. Die DB hat uns dann mit ihrer berüchtigten Unpünktlichkeit bedient. Nun gut, wir hatten es nicht anders erwartet. Hauptsache ankommen. Und Taxi Hannes erwartet uns pünktlich am Bahnhof Bad Driburg und erledigt die letzten Kilometer bravourös. Etwas „holprig“ aber glücklich angekommen. 🏡

So sind wir jetzt wieder daheim. Ist auch schön! Freunde treffen, Haus auf Solar aufrüsten, einen 3D-Drucker erkunden. Ach es ist nicht schlecht im Sommer daheim zu sein. 🍀😀🍻

Die Saison war klasse. Mal nicht so an Zielen orientiert. Aber viele nette Momente. Und die Baradal hat jetzt gut 14.000 nm mit uns gemeistert. Welch ein tolles Boot😘⛵

So, das war es im Wesentlichen. Im Herbst geht’s weiter. 🍀

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