so hatte Chris Parker den Seglern geraten, die auf den Abacos, Bahamas, auf den Sprung über den Golfstrom zur US Ostküste warteten.
Chris Parker ist der „Wettergott“ für amerikanische Segler. Was er verkündet ist für die amerikanischen Cruiser fast Gesetz, da könnte der Papst direkt neidisch werden. Gut, seine Trefferquote ist nicht makellos, wie auch… Aber seine Expertise ist unbestritten. Aber bis zu der Stunde der Entscheidung ist ja noch ein Stück des Weges zu segeln. ⛵

Unsere letzte Station eines bewohnten Ortes auf Abacos ist Foxtown. Dort waren wir auch im Winter auf der Hinfahrt. Jetzt, ein paar Wochen später sieht man, dass es im Ort aufwärts geht. Es ist weiter Müll vom Hurricane beseitigt worden, die Stege sind gut repariert und offensichtlich kehrt Leben zurück. Gut so! Wenn der Conch-Fischer Cohiba Zigarren (Altkanzler Schröders bevorzugte Marke!) raucht, kann es nicht so schlimm sein. Natürlich macht der Wind uns die Nacht mal wieder unruhig und so flieht die Obelix am nächsten Morgen gen Norden nach Great Sale Cay, der letzten Insel vor dem Sprung nach USA. Wir beschließen den Nordwind über Tags abzuwarten und den für den nächsten Tag angekündigten Südwind zu nutzen. Das erweist sich als glücklicher Entschluss. Der Wind beruhigt sich Abends, wir haben eine ruhige Nacht und segeln der Obelix entspannt hinterher. ⛵👍


Auf dem Weg zum Restaurant in Foxtown sahen wir Bleche auf Holzleisten neben der Straße liegen. Auf dem Rückweg frag ich den fleißigen Hammer-Schwinger, „was gibt denn das?“ Antwort: Das sind Lobsterfallen! Aha?!?!? Ja, die Lobster suchen sich gerne Unterschlupf. Und da sind die Bleche ideal. Man braucht sie nur anheben und die Lobster 🦞 aufsammeln. Prima Idee💡⚡



Und jetzt kommt Chris Parker ins Spiel. Wir kommen am Nachmittag in der Bucht von Great Sale Cay an und trinken einen gemeinsamen Sundowner mit der Crew der Obelix. Das Gespräch geht natürlich über das Wetter und die bevorstehende Golfstromquerung. Was ist das Problem?
Wenn man den Golfstrom quert, darf der Wind nicht gegen die Strömung blasen. Sonst entstehen echt gefährliche Wellen. Also sollte Wind mit guter Südkomponente vorherrschen. Und jetzt kommt Chris Parker ins Spiel! Abends gibt dieser den Seglern, die bei ihm Wetterberatung gebucht haben, immer per Kurzwellenfunk Tipps zur nächsten Etappe. Das ist hier der Sprung über den Golfstrom. Die amerikanischen Segler unterhalten sich über Funk zu den Empfehlungen von Chris Parker. Und ja, wir finden, dass seine Empfehlung zu unseren Erkenntnissen passt. Also setzen sich Brigitte und ich uns durch und beschließen: Anker auf⚓⛵!
Dieses Jahr ist die Ostküste total verrückt. Natürlich nur was das Wetter betrifft. Nix ist stabil. Der Wind kommt oft aus Nord und es gibt blöde Gewitter. Deshalb beschließen wir: Anker auf und ab in die Nacht hinein. Dann sind wir beim Sonnenaufgang am Atlantik und können nachmittags in Fort Pierce auf der anderen Seite des Golfstroms sein. Mit der Beflügelung durch das Getränk geht es munter los. Der Vollmond ist willkommen und bestrahlt mit seinem kalten Licht das Wasser. Gruselig aber auch schön.⛵



Der Golfstrom schiebt uns mächtig mit mehr als 3 Knoten nach Norden. Da stellen wir das Boot so quer, dass wir dadurch passend vor Fort Pierce ankommen. Wir müssen etwas mit dem Tempo tricksen, damit wir den vielen Frachtschiffen nicht blöd in die Quere kommen. Aber es klappt alles super. Fast zeitgleich kommen wir mit der Obelix in Fort Pierce an und finden ein schönes Plätzchen für den Anker.



Am nächsten Tag klarieren wir am Flughafen von Fort Pierce ein.

Der Custom ist am Flughafen. Mit Uber kein Problem. Aber trotz viel Geduld wird es doch nur semi-erfolgreich. Unsere Cruisingpermits (Fahrerlaubnis) erscheinen nicht in der Handy-App. Mit einer freundlichen Mail an den Officer (Danke Frank für die Vorarbeit!) lässt sich das beheben. Aber die Einreise von Cherie misslingt, der Officer macht beim einscannen des Passes einen Fehler und so läuft Martina jetzt in der US-Bürokratie unter anderem Namen und verhunzter Passnummer. Aber auch das klärt sich per Telefon und wir sind guten Mutes, dass da kein echtes Problem draus wird. Bürokratie ist halt überall ein Thema. . .

Ach ja, sagte ich schon, dass das Wetter instabil ist? Genau, direkt am Abend kippt das Wetter, übler Wind, Gewitter und Regen. Dazu wechselnde Strömung durch Ebbe und Flut. Nee was eine doofe Nacht! Wir gehen deshalb sehr früh am folgenden Morgen Anker auf und fahren auf dem ICW nach Norden, dem Sommerlager der Baradal entgegen. Mitte Juni haben wir einen Krantermin in Cape Charles in der Chesapeake Bay, dann darf die Baradal sich auf dem Trockenen für ein paar Monate ausruhen. Die Obelix’ens lassen es ruhiger angehen, sie haben es nicht so weit bis zu ihrem Sommerlager.
Ja, das war es dann im Wesentlichen mit dieser Saison. Es war zusammen mit der Crew der Obelix, Heidis Besuch, dem Besuch meiner Familie in Fort Lauderdale und den lieben anderen Cruisern wieder eine sehr schöne Zeit. Welch ein Glück, dass wir das erleben dürfen!🍀
Wegen des instabilen Wetters fahren wir große Strecken nach Norden auf der Innenseite der Küste den ICW entlang und somit unter Motor. Nicht ideal, aber es gibt ja auch noch viel zu sehen entlang dieser schönen Strecke.
Nach den aufregenden Stunden ein glückliches und zufriedenes Foto. Gute Fahrt und Prost….Von meinem/meiner Galaxy gesendet
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