Kosten einer Langfahrt – kein billiges Unterfangen

Ja zu den Kosten einer Langfahrt gibt es sehr unterschiedliche Angaben. Das ist nicht verwunderlich, denn die Ansprüche der Reisenden an ihren Lebensstandard sind sehr verschieden. Sie sind u. a. sehr stark abhängig von:

  • Typ, Zustand und Größe des Bootes
  • Anteil an Eigenleistung bei Wartung, Ausrüstung und Pflege
  • Liegeplätze und Marinas
  • Versicherungen und Lebensstil

Was noch dazukommt sind die Kosten des persönlichen Lebensunterhaltes. Das wird durch die Häufigkeit von Restaurantbesuchen und Aktivitäten an Land bestimmt. Lebensmittel sind außerhalb von Europa deutlich teurer.

Steuern, Versicherungen, Kosten für das Heim (so vorhanden) und Heimflüge fallen auch noch an und sind nicht von Pappe.

Ein paar Screenshots aus unserer Finanzsoftware:

Hier sind die direkt dem Schiff zuzuordnende Kosten abgebildet.

Was kann man daraus ableiten? Fangen wir positiv an.

Die Kosten für Betriebsmittel, Diesel und Benzin sind sehr gering. Wir segeln viel und wenn der Motor mal 30 min für Wasser und Duschen läuft fällt das nicht ins Gewicht. 😊👍

Die Aussage, dass man 10/15% der Anschaffungskosten für Aufrüstung und Unterhalt rechnen soll passen ganz gut.👍

Ein Katamaran hat 2 Motoren, Getriebe und Schrauben. Das verdoppelt die Wartungskosten.😢

Die moderne Technik (Navigation, Kommunikation und Komfort) will angeschafft und gepflegt sein. Missen wollen wir davon nichts.😀

Besonders 2017 waren doch noch kräftig Investitionen in Ausrüstung und Reparatur nötig. Coppercoat, Solaranlage, Inverter und Wassermacher waren günstig aber nicht billig. 2018 ging das etwas sanfter weiter, da kamen die großen und kleinen Macken am Boot und Dingy zum Vorschein. In 2019 sind die Kosten für den Liegeplatz in Trinidad dominant.

In 2018 haben wir unser Rig warten und Wanten tauschen lassen. Demnächst wird das Vorsegel ersetzt.

Liegeplätze haben wir vor Gibraltar, den Kanaren und St. Lucia in Anspruch genommen. Sonst fast immer geankert. Trotzdem haut der Kostenblock rein.

Versicherung ist ein erheblicher Kostenfaktor. Es lohnt sich wenn man die Tarife und Konditionen vergleicht. Wir haben Bootsversicherung für Haftpflicht und Kasko.

Fazit: billig ist Langfahrt nicht, aber die Kosten sind überschaubar.

Man kann viel an den täglichen Kosten reduzieren wenn man selten in Restaurants und Marinas geht, viel Service selber macht und nicht viel kaputt geht. Mir persönlich macht die Ausrüstung und Pflege des Bootes Spaß. Das erleichtert manche Entscheidung und spart enorm Kosten und Frust. Bei Fehlern kenne ich den Verursacher recht gut. 😎😊

Also: Wo ein Wille, da ein Weg.

Ein Kommentar zu „Kosten einer Langfahrt – kein billiges Unterfangen

  1. Schöne Übersicht! Ich kann bisher die 10-15% Regel noch nicht nachvollziehen, aber wir haben unsere INVIA ja auch erst seit 2017 und viele Reparaturen, die uns Ärger machten, gingen zumindest kostenseitig auf Garantie. Ins Budget langfristig einalkuliert habe ich die 10% aber, bin selbst gespannt wo wir in den kommenden Jahren noch landen.

    Einen wichtigen Punkt will ich noch erwähnen: Es macht nochmal einen großen Unterschied, ob man die Langfahrt als „Add on“ zu einem weiterhin unterhaltenem Wohnsitz sieht. Dann fallen ja auch weiterhin die Unterhaltskosten für Haus/Wohnung, dessen Versicherung, GEZ, Müll- und sonstige Gebühren, evtl. Steuern und Sozialabgaben, Liegeplatz Gebühren wie in Trinidad für die Dauer des Heimaufenthalts usw. usw. an. Bei einem „Dauer Live aboard“ entfällt das.

    Schöne Grüße aus Schweden, hoffe wir sehen uns in Trinidad alle wohlauf wieder!

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